Wir erleben es immer wieder: Im Wahlkampf werden große Versprechen gemacht – medienwirksam, mit viel Pathos und Inszenierung. Doch kaum ist der Wahlabend verklungen, verschwinden viele dieser Ideen im Alltag der Politik. Das eigentliche Problem liegt nicht im Mangel an Visionen, sondern im Mangel an Ehrlichkeit.
Denn ehrliche Politik bedeutet nicht, jedem Wunsch nachzugeben, sondern Verantwortung zu übernehmen.
Offen zu sagen, was möglich ist – und was nicht. Menschen erwarten keine Showtalente, sondern Persönlichkeiten mit Haltung. Keine Masken, keine inszenierten Rollen, sondern Dialog auf Augenhöhe – nicht nur vor der Wahl, sondern jeden Tag.
Doch was erleben wir gerade? Nach sechs Jahren im Chefsessel – pardon, auf dem verantwortungsvollen Posten an der Spitze unserer Gemeinde – scheint plötzlich hektische Betriebsamkeit auszubrechen. Projekte, die jahrelang in der Schublade schlummerten, tauchen plötzlich wie durch Zauberhand wieder auf. Ein wenig „Inspiration“ hier, ein öffentlicher Auftritt dort. Kleine Geschenke, Artikel, symbolische Taten – alles rein zufällig kurz vor dem Ende der Amtszeit?
Ob das überzeugt, darf jede und jeder für sich selbst entscheiden. Doch echtes Vertrauen gewinnt man nicht durch frisch gestrichene Fassaden oder plakative Gesten, sondern durch klare Worte und kontinuierliche Arbeit – im Kleinen wie im Großen.
Ein ehrlicher Wahlkampf ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Charakter. Es braucht Menschen in der Politik, die nicht nur versprechen, sondern erklären. Die zuhören, anpacken und auch Unbequemes ansprechen.
Wer wissen will, wie es wirklich steht: Gehen Sie spazieren durch Straßkirchen. Schauen Sie genau hin. Hören Sie den Menschen zu. Und stellen Sie sich die Frage: Ist das noch echte Verantwortung – oder nur das letzte große Bühnenbild?